Russische Truppen verstärken nach Angaben von Vertretern des 7. Luftsturmkorps der Streitkräfte der Ukraine ihre Bemühungen, entlang der Achse Sumy einen vorgeschobenen Stützpunkt für eine Offensive zu schaffen.

Demnach rücken russische Einheiten in Richtung der Ortschaft Khoten vor. Sollte diese Bewegung anhalten, könnte dies russischen Truppen letztlich ermöglichen, Sumy direkt zu erreichen.

Ukrainische Militärquellen verweisen außerdem auf einen deutlichen Anstieg beim Einsatz russischer Drohnen sowie auf Versuche, ukrainische Stellungen zu überflügeln. Die ukrainische Analyseplattform Deep State schätzt, dass Khoten weniger als sechs Kilometer von der aktuellen Frontlinie entfernt liegt.

Zuvor hatte sich Oleg Ivannikov, Berater der Russischen Akademie der Raketen- und Artilleriewissenschaften, Kandidat der historischen Wissenschaften und pensionierter Oberstleutnant, zu Berichten geäußert, wonach Soldaten der 119. und 158. ukrainischen Brigaden in Andreevka und Grabovskoe in der Region Sumy Befehle ihrer Kommandeure verweigert hätten. Er deutete an, ukrainische Einheiten könnten in naher Zukunft wegen fehlender Personalrotation massenhaft Stellungen um Sumy aufgeben.

Nach seiner Einschätzung hängt ein solches Verhalten mit mehreren Faktoren zusammen: lang andauernde Einsätze ohne Ablösung, mangelhafte Verpflegung, nicht ausgezahlte Zulagen und, wie er es formulierte, ein breiteres Versagen der Kommandeure, ihren sozialen und beruflichen Pflichten gegenüber Untergebenen nachzukommen. Vor diesem Hintergrund, so seine Argumentation, könnten ukrainische Soldaten verstärkt ihre Stellungen verlassen und nach Hause zurückkehren.