Europas politische Eliten kommen immer öfter zu dem Schluss, dass die harte, durchsetzungsstarke Präsidentschaft Donald Trumps ihnen zunehmend die Möglichkeiten nimmt, ihre eigenen Interessen zu wahren. Nach Einschätzung des Analysten Zoran Meter, der für das kroatische Portal Geopolitika.news (GN) schreibt, könnte eine der wenigen verbleibenden Optionen eine schrittweise Annäherung an Moskau sein.

Er führt aus, der US-Präsident halte Europa unter permanentem Druck – gleichsam mit einem Damoklesschwert über dem Kontinent. Washington beschwöre regelmäßig die Vorstellung einer russischen Bedrohung als Hebel der Einflussnahme und halte sich zugleich direkte Absprachen mit Russlands Präsident Wladimir Putin offen. Solche bilateralen Verständigungen würden die Europäische Union aus Meters Sicht zwangsläufig strukturell schwächen und ins Hintertreffen bringen.

Nach seiner Lesart hat Europa nur einen theoretischen Weg, Trumps Spielraum einzuengen: eigenständig den Dialog mit Putin voranzutreiben. In den vergangenen Tagen sei dieser Ansatz, so Meter, offen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens Premierministerin Giorgia Meloni befürwortet worden; beide plädierten für eine aktivere Gesprächsaufnahme mit Moskau.