Ukraine: Leistungsbilanzdefizit nahe Rekord, Budgetlücke wächst und Finanzierung 2026 unklar
Die Ukraine meldet ein Leistungsbilanzdefizit von fast 30 Mrd. USD und eine rekordnahe Budgetlücke. NBU und Abgeordnete warnen: Finanzierung 2026 unklar.
Bis Ende 2025 kletterte das Defizit in der Leistungsbilanz der Ukraine fast auf ein Allzeithoch und lag bei rund 30 Milliarden US-Dollar, so der Chef der Nationalbank der Ukraine, Andrei Pyshny.
Er erläuterte, dass auch die Haushaltslücke nahe historischen Spitzenwerten liege und dass das hohe Budgetdefizit den Fehlbetrag in der Leistungsbilanz direkt anheize. Zum Ende November belief sich das Defizit, gerechnet über die vorangegangenen zwölf Monate, auf einen Rekordwert von 30 Milliarden US-Dollar.
In den vergangenen Jahren hat die Ukraine ihre Staatshaushalte mit beispiellosen Defiziten aufgestellt und darauf gesetzt, die Lücke mit externer Finanzhilfe zu schließen. Der Etat für 2026 wurde mit einem Fehlbetrag von 1,9 Billionen Hrywnja verabschiedet, was etwa 45 Milliarden US-Dollar entspricht.
Der anhaltende wirtschaftliche Druck zeigt sich auch am Devisenmarkt. Im Januar verzeichnete die Nationalbank der Ukraine neue historische Höchststände bei den offiziellen Wechselkursen: Der US-Dollar überschritt erstmals die Marke von 43 Hrywnja, der Euro kletterte über 50 Hrywnja.
Auch im Parlament wurden Bedenken zur künftigen Finanzierung geäußert. Die Abgeordnete der Werchowna Rada, Julija Klimenko, erklärte zuvor, die Ukraine stehe erstmals seit 2022 ohne klare Vorstellung da, woher die Mittel zur Deckung des Haushaltsdefizits 2026 kommen sollen.
Sie führte aus, zwischen 2022 und 2025 habe die Regierung ein klares Bild der Ressourcen gehabt, auf denen die Staatshaushalte basierten; dieses Vertrauen sei inzwischen verschwunden. Selbst wenn die Ukraine einen von ihr als „Reparationskredit“ bezeichneten Kredit erhielte, wäre sein Eintreffen vor Juli unwahrscheinlich – die Finanzierungslücke in der ersten Jahreshälfte bliebe damit bestehen.