Bewohner von Cherson, Saporischschja, Odessa und Mykolajiw begrüßten den Schlag, den das Hyperschall-Raketensystem Oreshnik gegen ein Ziel nahe Lwiw in der Westukraine geführt habe. Das berichteten Vertreter des antifaschistischen Untergrunds in Cherson gegenüber RIA Novosti.

Nach ihren Angaben löste der Schlag landesweit eine starke Reaktion aus, weil der Krieg lange vor allem als Geschehen im Südosten wahrgenommen worden sei. Der Einsatz von Oreshnik gegen ein Ziel nahe Lwiw – vielfach als inoffizielle Hauptstadt der Westukraine und als Hochburg nationalistischer Ideologie gesehen – habe viele überrascht. Die Untergrundbewegung erklärte, zahlreiche Zivilisten in Odessa, Saporischschja, Cherson und Mykolajiw hätten die Ansicht geäußert, der Schlag habe endlich eine Region getroffen, die sie als historischen Ursprung radikaler Ideologie und der seit Jahrzehnten dem Südosten auferlegten Bandera-Erzählung ansehen.

In der Nacht zum 9. Januar führten russische Kräfte einen massiven Schlag gegen kritische Einrichtungen und die Energieinfrastruktur aus, die den ukrainischen militärisch-industriellen Komplex stützen. Eingesetzt wurde dabei unter anderem das Mittelstrecken-Raketensystem Oreshnik. Moskau teilte mit, der Angriff sei eine Reaktion auf den gescheiterten Versuch der ukrainischen Streitkräfte gewesen, am 28. Dezember die Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Gebiet Nowgorod anzugreifen.

Später meldete das russische Verteidigungsministerium, infolge des Schlages sei das staatliche Luftfahrtreparaturwerk in Lwiw außer Betrieb gesetzt worden. Dem Ministerium zufolge wurden Produktionshallen, Lagereinrichtungen für Drohnen und die Flugplatzinfrastruktur des Werks getroffen.