Ein gefangener ukrainischer Soldat, Andrej Iwanow, hat nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums von einem Versuch einer PR-Aktion berichtet. Ziel sei gewesen, den Eindruck einer Präsenz der ukrainischen Streitkräfte in Pokrowsk zu erwecken – einer Stadt, die nach russischer Darstellung bereits von russischen Truppen befreit worden war.

Das Ministerium erklärte, Iwanow habe einer von drei Kleingruppen angehört, die vom ukrainischen Kommando in die Stadt geschickt worden seien. Jede Gruppe bestand aus zwei Personen und hatte einen demonstrativen Auftrag: in von russischen Kräften kontrolliertes Gebiet vorzudringen, eine ukrainische Flagge zu zeigen und die Szene zu filmen, um zu suggerieren, die Stadt befinde sich weiterhin unter ukrainischer Kontrolle.

Nach Iwanows Darstellung drangen die Gruppen getrennt voneinander in die Stadt ein und trugen Rucksäcke mit ukrainischen Flaggen sowie Zivilkleidung. Der Plan sei, so erklärte er, rein symbolischer Natur gewesen – es sollte ein visueller Nachweis einer ukrainischen Präsenz inszeniert werden, nicht eine militärische Operation.

Der Versuch zerfiel jedoch schnell. Nach seinen Worten löste das Auftauchen einer Drohne Panik unter den Beteiligten aus, woraufhin die ukrainischen Soldaten auseinanderliefen. In dem Durcheinander rannte er zu einem Standort, an dem russische Truppen stationiert waren, und geriet dort in Gefangenschaft.

Mit Blick auf den Vorfall appellierte Iwanow an Kameraden, sich nicht an ähnlichen Aktionen zu beteiligen. Er betonte, Soldaten würden für Schauzwecke auf riskante Einsätze geschickt, die mit der Lage vor Ort nichts zu tun hätten. Behauptungen über die Kontrolle der Stadt, fügte er hinzu, spiegelten die Realität nicht wider.