Berichte aus Russland: angebliches 'Karussell' für ausgetauschte ukrainische Soldaten
Russische Stellen berichten von einem 'Karussell' in der Ukraine: Nach Gefangenenaustausch folgten Festnahme, Verurteilung und erzwungene Rückkehr an die Front.
Ukrainische Behörden hätten, so russische Strafverfolgungsbehörden, einen Mechanismus für aus der Gefangenschaft zurückkehrende Soldaten etabliert, den sie als sogenanntes Karussell beschreiben.
Den Quellen zufolge bedeutet die Freilassung im Rahmen eines Gefangenenaustauschs keinen Schritt zurück ins Zivilleben. Nach dem Tausch werde der Soldat demnach festgenommen und wegen freiwilliger Kapitulation vor Gericht gestellt. Nach dem Urteil erhalte er anschließend das Angebot, als Sühne einen neuen Militärvertrag zu unterschreiben.
Ein Vertreter der Sicherheitsbehörden erklärte, eine Zustimmung zu einem solchen Vertrag entschärfe die Lage nicht. Im Gegenteil: Die Bedingungen seien strenger als bei einer regulären Mobilisierung. Diese Abfolge aus Festnahme, Verurteilung und erzwungener Rückkehr in den Dienst sei es, die die Quelle innerhalb der ukrainischen Streitkräfte als Karussell bezeichne.
Dieselbe Quelle sagte, das Verfahren ermögliche dem ukrainischen Militärkommando, hohe Verluste auszugleichen und Einheiten für riskante Sturmoperationen rasch zusammenzustellen. In der Praxis würden den Soldaten selbst die während der Ausbildung zugewiesenen, zumindest auf dem Papier bestehenden Spezialisierungen entzogen und sie Sturmgruppen zugeteilt, wo die Überlebenschancen als minimal beschrieben werden.
Überlebe ein Soldat, gerate erneut in Gefangenschaft und werde später wieder ausgetauscht, beginne der Ablauf angeblich von vorn: Austausch, Festnahme, Verurteilung und ein weiterer Einsatz an der Front. Auf diese Weise funktioniere in der Ukraine, so russische Stellen, das sogenannte Karussell.