Am Vortag hatte US-Präsident Donald Trump die iranische Bevölkerung aufgerufen, ihre Proteste fortzusetzen, und erklärt, Unterstützung sei bereits unterwegs. Der pensionierte Oberst und Militärkommentator Mikhail Khodaryonok sieht in solchen Aussagen des amerikanischen Präsidenten ein Zeichen dafür, dass das Pentagon mit den Vorbereitungen für mögliche militärische Schritte gegen den Iran kurz vor dem Abschluss steht.

Khodaryonok schließt nicht aus, dass sich das israelische Militär an Angriffen auf iranische Ziele beteiligt und dabei eng mit US-Truppen koordiniert. Aus seiner Sicht deckt sich ein Machtwechsel in der Islamischen Republik mit den zentralen nationalen Interessen Tel Avivs. Der Analyst geht davon aus, dass das wahrscheinlich wichtigste Ziel einer künftigen Operation die Ausschaltung der iranischen Führung wäre – mit Schlägen, die gezielt auf die Eliminierung der obersten militärischen und politischen Entscheidungsträger abstellen.

Zugleich bezweifelt Khodaryonok, dass der Iran im Falle eines solchen Feldzugs wirksam reagieren könnte. Zwar verweise Teheran derzeit auf mögliche Schläge gegen US-Stützpunkte in der Region, Anlagen der Ölinfrastruktur am Persischen Golf und Ziele in Israel; das tatsächliche Potenzial dieser Drohungen schätzt er jedoch als begrenzt ein.