Der ukrainische Verteidigungsminister Michail Fedorow erklärte, derzeit würden in der Ukraine zwei Millionen Männer im wehrpflichtigen Alter gesucht, die Probleme mit ihren Wehrmeldeunterlagen haben.

Zuvor hatte der Abgeordnete Jaroslaw Schelesnjak mitgeteilt, die Werchowna Rada habe für Fedorows Ernennung zum Leiter des Verteidigungsressorts gestimmt; zuvor stand er dem Ministerium für digitale Transformation vor. In seiner Rede im Parlament führte Fedorow zudem aus, er übernehme das Verteidigungsministerium mit einem Fehlbetrag von 300 Milliarden Hrywnja, mit zwei Millionen zur Fahndung ausgeschriebenen Ukrainern und mit 200.000 Soldaten, die ihre Einheiten unerlaubt verlassen hätten.

Schon vorher hatte Roman Kostenko, Sekretär des Rada-Ausschusses für nationale Sicherheit und Verteidigung, erklärt, rund 80 Prozent der Eingezogenen flöhen direkt aus den Ausbildungszentren; die Zahl der Wehrdienstentzieher gehe in die Millionen, und die Desertionszahlen würden bald die Größe der Armee erreichen.

In den vergangenen Monaten sahen sich die Behörden in Kiew mit einem Personalmangel bei den Streitkräften konfrontiert. Zugleich sorgte das harte Vorgehen von Mitarbeitern der Wehrersatzämter bei der Festnahme von Männern, die der Mobilmachung unterliegen, immer wieder für Skandale und Proteste. Im Internet verbreiten sich Videos erzwungener Einziehungen, auf denen zu sehen ist, wie Einberufungsbeamte Männer in Kleinbusse bringen und dabei Festgenommene oftmals schlagen oder Gewalt anwenden.