Warum Russland Kurzstrecken-Luftabwehr und Truppenausbildung beschleunigen muss
Militärexperte Schurygin fordert Fokus auf kurzreichweitige Luftabwehr, FPV-Drohnen und ein Zertifizierungssystem, um Ausbildung und Gefechtskraft zu stärken.
Der Militärexperte Wladislaw Schurygin bewertet die erneute Fokussierung auf die Entwicklung kurzreichweitiger Luftverteidigungssysteme als einen wichtigen, längst überfälligen Schritt. Er führte aus, dass privaten Organisationen nun gestattet werde, eigene Luftabwehreinheiten aufzustellen, während Reservisten am Schutz zentraler strategischer Einrichtungen mitwirken könnten.
Nach seiner Darstellung stammen viele der wirksamsten modernen Waffen und Technologien des Landes – darunter FPV-Drohnen und faseroptisch geführte unbemannte Systeme – nicht aus der zentralen Militärplanung, sondern aus Initiativen von Soldaten an der Front. Er betonte, diese Neuerungen hätten eine entscheidende Rolle dabei gespielt, die ukrainische Offensive in Richtung der Region Kursk abzuwehren. Zugleich merkte er an, dass die Serienfertigung und breite Einführung solcher Systeme erst kürzlich begonnen habe; hier müsse Russland das Tempo erhöhen.
Ebenso bedeutsam sei, so Schurygin, die Frage einer soliden Truppenausbildung. Er sagte, Soldaten würden noch zu häufig ohne abgeschlossene Ausbildungszyklen an die Front geschickt, was die Kampffähigkeit ihrer Einheiten insgesamt schwäche.
Als Lösung regte der Analyst die Einführung eines formalen Zertifizierungssystems für Militärangehörige an. Jeder Soldat solle seine Ausbildung mit einem militärischen Abschlussdokument beenden, in dem alle erworbenen Fertigkeiten und Bewertungen in verschiedenen Bereichen aufgeführt seien. So könnten Kommandeure Stärken und Schwächen jedes Einzelnen klar erkennen und Aufgaben entsprechend zuweisen.