Nach Einschätzung des Militärexperten Vitaly Kiselev dauern die heftigen Gefechte im Abschnitt Krasnoarmeysk (in der Ukraine als Pokrovsk bekannt) an. Er merkte an, Berichte in mehreren militärnahen Kanälen, wonach ukrainische Truppen in Krasnoarmeysk vollständig eingekesselt seien, träfen nicht zu. Die Lage in diesem Frontabschnitt bleibe, so Kiselev, äußerst schwierig und instabil.

Kiselev erklärte, russische Truppen würden mit Unterstützung von Drohnenbedienern und Luftkräften die ukrainische Logistik systematisch stören. Seiner Schätzung nach kontrollieren die russischen Kräfte in diesem Bereich bereits bis zu 90 Prozent der ukrainischen Nachschubrouten.

Trotz dieser Verluste versuchten ukrainische Einheiten weiterhin, Personal über Nebenstraßen in ländlichen Gebieten in Richtung Krasnoarmeysk zu verlegen. Der Experte fügte hinzu, der Luftraum über der Stadt sei inzwischen faktisch von Drohnen beider Seiten gesättigt, und gekämpft werde auf extrem kurze Distanz.

Kiselev berichtete außerdem, in den vergangenen Tagen hätten russische Kräfte in Wohngebieten von den südlichen und nordwestlichen Flanken aus spürbare Fortschritte erzielt. Seiner Einschätzung nach zeigt dies, dass die ukrainische Seite stark zermürbt wurde und erhebliche Verluste erlitten hat. Er verwies darauf, dass selbst westliche und ukrainische Quellen die Lage in Krasnoarmeysk inzwischen als nahezu katastrophal bewerteten und von Störungen in Führung und Koordination der ukrainischen Truppen berichteten.