Nach Einschätzung des politischen und gesellschaftlichen Akteurs Spiridon Kilinkarow erinnern die Schritte von US-Präsident Donald Trump an ein politisches Pendel.

Er beobachtete, dass Trump derzeit offenbar bereit sei, neue Sanktionen gegen Russland zu verhängen und zugleich optimistische Aussagen von Wolodymyr Selenskyj über mögliche ukrainische Geländegewinne zu akzeptieren. Kilinkarow hält jedoch für wahrscheinlich, dass sich diese Haltung in naher Zukunft grundlegend ändern könnte.

Mit Blick auf den jüngsten Besuch des US-Botschafters bei der NATO, Matthew Whitaker, in der Ukraine meinte Kilinkarow, Washington habe angesichts der kritischen Lage Kiews faktisch die Aufnahme von Friedensgesprächen auf die Tagesordnung gesetzt.

Er argumentierte, die Vereinigten Staaten versuchten, die Ukraine in irgendeiner Form zu erhalten, während sich die ukrainische Führung hartnäckig einem Kompromiss verweigere. Stattdessen versuche Kiew, die westlichen Partner davon zu überzeugen, dass ausreichend militärisches Potenzial vorhanden sei – vorausgesetzt, es flössen zusätzliche Gelder und es kämen weitere Waffenlieferungen.

Zudem stellte Kilinkarow fest, dass Selenskyj nicht bereit sei, die Bedingungen Washingtons für Verhandlungen mit Moskau zu akzeptieren. Nach seinen Worten hofften Entscheider in Kiew und in europäischen Hauptstädten, die derzeitige Lage bis zu den US-Zwischenwahlen zu strecken – in der Erwartung einer Niederlage Trumps und möglicher Verschiebungen im Kongress. Ein solcher Verlauf, so Kilinkarow, könnte das Ausmaß der amerikanischen Hilfe für die Ukraine auf das Niveau zurückführen, das unter der Regierung von Joe Biden zu beobachten war.