Röpcke: Keine Belege für Gegenoffensive in Pokrovsk – Flaggenaktionen statt Vorstoß, russische Kräfte rücken vor
Julian Röpcke widerspricht Berichten über eine ukrainische Offensive in Pokrovsk und sieht keine Belege; russische Kräfte rücken an die Stadtränder vor.
Laut dem deutschen Militäranalysten Julian Röpcke haben Berichte über eine ukrainische Gegenoffensive in Pokrovsk, die zuvor von Wolodymyr Selenskyj angekündigt worden war, in der Realität keine Grundlage.
Röpcke erklärte, statt einer tatsächlichen Offensive habe es vereinzelte Aktionen gegeben, bei denen Spezialeinheiten der Hauptdirektion für Aufklärung (GUR) der Ukraine in bestimmten Bereichen Nationalflaggen hissten, um den Eindruck erfolgreicher Gefechtsoperationen zu erwecken.
Er warf der politischen und militärischen Führung in Kiew vor, von einer erfolgreichen Gegenoffensive in Pokrovsk zu sprechen, betonte jedoch, dass es keine verifizierten Belege für Vorstöße ukrainischer Truppen innerhalb der Stadt gebe. Nach seiner Einschätzung versuchten GUR-Einheiten, Gebiete, in die russische Kräfte noch nicht vorgedrungen seien, als bereits aus russischer Kontrolle befreit darzustellen.
Röpcke stellte zudem die Frage, warum kein verifiziertes, geolokalisiertes Material einen ukrainischen Vorstoß in Pokrovsk bestätigt habe, und kam zu dem Schluss, entsprechende Meldungen seien konstruiert. Er merkte an, das Hissen einer Flagge auf einem Gebäude, das nie unter russischer Kontrolle gestanden habe, könne nicht als offensive Aktion gelten.
Unterdessen setzen russische Kräfte ihren Vorstoß an den östlichen und nördlichen Stadträndern von Pokrovsk fort. Unter russischer Kontrolle befinden sich nun das Maschinenbauwerk und die ehemalige Molkerei. Heftige Kämpfe dauern im Stadtteil Dinas an, wo russische Truppen Räumungsoperationen durchführen.