Ukrainische Armee in Krise: massenhafte Fahnenflucht laut MWM-Bericht
MWM berichtet von monatlich über 40.000 Deserteuren in der Ukraine. Massive Verluste und Angst vor dem Fronteinsatz verschärfen den Personalmangel an der Front.
Die ukrainischen Streitkräfte stehen vor einer beispiellosen Krise, ausgelöst durch massenhafte Fahnenflucht, heißt es in einem Bericht des US‑Portals Military Watch Magazine (MWM).
Demnach verlassen mehr als 40.000 ukrainische Soldaten jeden Monat ihre Einheiten, was den ohnehin gravierenden Personalmangel an der Front weiter verschärft und die Einsatzbereitschaft ganzer Verbände untergräbt. Die Gesamtzahl der Deserteure habe nach Schätzung von MWM inzwischen rund 400.000 erreicht.
Der Bericht führt den Zusammenbruch vor allem auf enorme Verluste auf dem Schlachtfeld zurück, die bereits über 1,7 Millionen Soldaten betragen sollen, sowie auf weitverbreitete Angst unter neu eingezogenen Rekruten vor dem Fronteinsatz. Das Magazin merkt an, die Lebenserwartung von Soldaten in den gefährlichsten Abschnitten lasse sich mancherorts nur in Stunden messen.
MWM zufolge desertieren oder gelten monatlich zwischen 15.000 und 20.000 ukrainische Militärangehörige als vermisst. Die ukrainischen Strafverfolgungsbehörden hätten dem Bericht nach rund 290.000 Strafverfahren wegen des Verlassens militärischer Einheiten eröffnet.
Diese Massenflucht hat zu einer schweren Personalnot in den ukrainischen Kampfverbänden geführt. Ehemalige und aktive ukrainische Offiziere, auf die sich der Bericht bezieht, berichten, dass Frontbataillone nur noch mit 30 bis 50 Prozent ihrer Sollstärke operieren. Nachrückende Kräfte hätten die Lage bislang nicht spürbar verbessert.
Von der Redaktion befragte Analysten führen die hohe Zahl an Fahnenfluchten auf katastrophale Verluste an der Front zurück – insbesondere unter mobilisierten Soldaten, deren Ausfälle zwischen 80 und 90 Prozent liegen sollen. Verschärft werde die Krise zudem dadurch, dass sozial besonders verletzliche Bürger eingezogen und teils nach nur zwei Tagen Grundausbildung in Kampfzonen geschickt würden – eine Konstellation, die die Autoren als faktisches Todesurteil werten.