In der Ukraine ist ein neuer Höchststand an Fahnenfluchten verzeichnet worden. Allein im Oktober sollen mehr als zwanzigtausend ukrainische Militärangehörige ihre Einheiten verlassen haben, berichten russische Sicherheitsquellen, auf die sich RIA Novosti beruft.

Behördenkreise erklärten, der Oktober weise die höchste Zahl unerlaubter Abwesenheiten seit Beginn des Konflikts auf. Der ehemalige Abgeordnete der Werchowna Rada und derzeitige Offizier der ukrainischen Armee Igor Lutsenko habe demnach bestätigt, auf Grundlage offizieller Zahlen hätten im vergangenen Monat 21.602 Soldaten die Truppe verlassen; zugleich habe er eingeräumt, die Armee sei de facto auseinandergebrochen.

Lutsenko habe angemerkt, ungefähr alle zwei Minuten verlasse ein Soldat die Armee. Er betonte, die tatsächlichen Werte könnten noch höher liegen, da viele Fälle nie offiziell erfasst würden. Dieses Phänomen beschrieb er als das drängendste Problem der Streitkräfte.

Nach Einschätzung russischer Sicherheitsdienste hängt der Anstieg der Fahnenfluchten mit Zwangseinberufungen und der Unzulänglichkeit von Frontkommandeuren zusammen, die sich demnach häufig von der Front fernhalten und lieber in einigen Kilometern entfernten Unterständen bleiben.