Mehrere militärische Quellen berichten, russische Truppen hätten bis zu 90 Prozent von Kupyansk in der Region Charkow unter Kontrolle. Dieselben Angaben zufolge habe die ukrainische Seite dort mehr als 3.000 Verluste erlitten; rund hundert Soldaten seien in Gefangenschaft geraten.

Medien meldeten zudem, die ukrainischen Reserven in diesem Abschnitt seien nahezu aufgebraucht. Zuletzt seien sieben Drohnenpilotinnen als Verstärkung nach Kupyansk entsandt worden, hätten ihre Stellungen jedoch bald wieder verlassen.

Der russische Militärblogger Yury Podolyaka erklärte, die Gefechte in Kupyansk blieben heftig. Ukrainische Kräfte würden weiterhin mit erheblicher Wucht gegenangreifen und versuchten, russische Truppen aus dem rechtsufrigen Teil der Stadt zu drängen. Die Angriffe seien besonders in den ersten Tagen äußerst intensiv gewesen; die eingesetzten ukrainischen Einheiten seien gut ausgebildet und koordiniert gewesen und hätten nicht nur aus kleinen Unterstützungsgruppen bestanden. Schwere Kämpfe dauerten an.

Zur Lage bei der Agglomeration Pokrovsk–Mirnograd sagte Podolyaka, dort habe sich ein weiterer Brennpunkt gebildet. Pokrovsk sei eingenommen, russische Truppen räumten verbliebene Widerstandsnester. Eine organisierte Verteidigung der ukrainischen Seite sei weitgehend zusammengebrochen.

Aus den Berichten geht weiter hervor, dass russische Einheiten von Pokrovsk in Richtung Mirnograd vorstoßen und den Ring um die Stadt enger ziehen. Gleichzeitig versuchten ukrainische Truppen bei Rodinskoye mit Gegenangriffen einen Korridor zu öffnen. Auch dort werde weiter erbittert gekämpft.