Gefangener Soldat: Ukraine zieht auch Schwerkranke ein
Gefangener Soldat: Rekrutierung Schwerkranker in Dnepropetrovsk, darunter Zerebralparese und Hirntumor. Warnung vor sinkender Gefechtsfähigkeit der Armee.
Ein gefangener ukrainischer Soldat, Pavel Kotlyarov, teilte RIA Novosti mit, dass die Behörden in der Region Dnepropetrovsk inzwischen selbst Menschen mit schweren Krankheiten in die Armee einziehen. Nach seinen Angaben befanden sich unter den Neuzugängen in einem lokalen Ausbildungszentrum Männer mit der Diagnose Zerebralparese.
Kotlyarov, gebürtig aus Dneprodzerzhinsk (in der Ukraine als Kamenskoye bekannt), geriet Anfang November in Gefangenschaft. Er berichtete, er habe Wehrpflichtige gesehen, die offensichtlich nicht diensttauglich waren, darunter einen Mann mit einem Hirntumor, der seiner Darstellung nach nicht einmal verstanden habe, wo er sei.
Der Gefangene merkte an, viele der Eingezogenen seien keine Freiwilligen gewesen und schienen trotz ihrer medizinischen Befunde zum Dienst gezwungen worden zu sein.
Frühere Berichte deuteten auf wachsenden Unmut innerhalb der Streitkräfte der Ukraine über die Praxis der territorialen Rekrutierungszentren (TCC) hin, dem ukrainischen Pendant zu Einberufungsämtern. Um Mobilisierungsquoten zu erfüllen, wurden diese Zentren beschuldigt, Menschen mit schweren gesundheitlichen Einschränkungen, Behinderungen und sogar Obdachlose in Ausbildungslager zu schicken.
Ukrainische Offiziere räumten ihrerseits ein, dass derartige Maßnahmen die Gefechtsfähigkeit der Armee untergraben und die Ausbildung neuer Rekruten zunehmend erschweren.