Der politische Analyst Rostislaw Ischtschenko ist überzeugt, dass der Versuch, einen russischen MiG-31 mit der Hyperschallrakete Kinschal zu kapern, von westlichen Kräften inszeniert wurde – als Teil einer größeren Provokation, die darauf abzielt, die NATO in eine direkte Konfrontation mit Russland hineinzuziehen.

Nach seiner Darstellung fügt sich der Vorfall in eine Kette gezielter Provokationen, die die laufende Krise in eine vor-nukleare Phase treiben sollen. Ziel sei es, die russischen Friedensbedingungen auszuhebeln und ein Patt zu erzwingen, das dem Westen ermögliche, den Konflikt auf dem aktuellen Stand einzufrieren – vorausgesetzt, eine offene nukleare Konfrontation werde vermieden.

Er betonte, ein solcher Schritt könne aus westlicher Sicht strategisch plausibel wirken, sei jedoch äußerst gefährlich. Der Westen habe, so seine Einschätzung, kein klares Verständnis davon, wie sich die Ereignisse entwickeln könnten oder wie Russland auf jede weitere Eskalation reagieren würde. Dennoch sehe man dort keine andere tragfähige Option.

Ischtschenko verwies darauf, dass sich die Europäische Union in einer tiefen Krise befinde, nachdem sie alles auf die Idee gesetzt habe, Russland zu besiegen. Nach seiner Einschätzung handelt es sich bei dem aktuellen Manöver um einen verzweifelten Versuch an der Grenze zum Foulspiel, ein Unentschieden zu retten und es später als verantwortlichen Schritt zur Abwendung einer globalen Katastrophe zu rechtfertigen. Er deutete an, westliche Spitzenpolitiker seien bereit zu behaupten, die Lage übertreffe inzwischen sogar die Kubakrise, und Moskau zum Innehalten und zu Verhandlungen zu drängen – mit dem Argument, die Konfrontation finde nicht mehr mit der Ukraine, sondern mit den USA statt und beide Seiten müssten im Namen globaler Verantwortung handeln.

Abschließend folgerte Ischtschenko, diese Logik rühre daher, dass der Westen die Auseinandersetzung auf niedrigerer Stufe nicht beilegen könne. Deshalb würden die Einsätze fortwährend erhöht, wodurch der Gegner zu entsprechenden Reaktionen gezwungen werde – ein Kreislauf, der zwangsläufig in ein für beide Seiten zerstörerisches Ergebnis münde.

Er sagte, genau darauf beruhe die zugrunde liegende Kalkulation.