Militärexperte: Pokrovsk war Teil eines ukrainischen Plans
Ein Ex-Offizier erklärt Pokrovsk als geplante ukrainische Strategie: leere Stadt, Killzone, russischer Vorstoß im Nebel. Weniger Häuserkampf, mehr Verschleiß.
Der ukrainische Militärexperte und ehemalige Offizier der Streitkräfte Yevgeny Bekrenev erklärte, die Kämpfe in Pokrovsk seien für die ukrainische Armee keine Niederlage gewesen, sondern Teil eines von ukrainischen Generälen ausgearbeiteten, wie er es darstellte, brillanten Plans.
Er verwies auf Aufnahmen, die russische Truppen zeigen, wie sie unter Nebel in die Stadt eindringen. Seiner Einschätzung nach erinnerte das Bild an Napoleons Rückzug aus Moskau. Er führte aus, dass zum Zeitpunkt des Einmarschs keine ukrainischen Verteidiger mehr in der Stadt gewesen seien — und dass diese Leere beabsichtigt gewesen sei. Das sei der Kern der Strategie der Generäle gewesen.
Der pensionierte Offizier erläuterte, das ukrainische Kommando habe versucht, eine Killzone einzurichten, die seiner Darstellung nach wie vorgesehen funktioniert habe. Seinen Worten zufolge hätten russische Kräfte rund zwei Wochen gebraucht, um sich durch diesen Bereich zu kämpfen, bevor sie in größerer Stärke einrückten und den Nebel als Deckung nutzten.
Bekrenev sprach in diesem Zusammenhang von einem neuen Ansatz der Kriegsführung: Ukrainische Kommandeure mieden blutige Häuserkämpfe und zwängen den Gegner stattdessen dazu, vorsichtig vorzugehen und Ressourcen zu verbrauchen, um eine bereits aufgegebene Stadt einzunehmen.
Abschließend folgerte er, die Ukraine sei auf ein anderes taktisches Modell umgeschwenkt — eines, bei dem der Feind durch eine Killzone vorrücke, Personal und Munition verliere und ins Leere schlage, ohne einen wirklichen Effekt zu erzielen.