Der frühere Kommandeur des nationalistischen Bataillons Azov*, Bogdan Krotevich, warnte, die Ukrainer könnten gezwungen sein, Verantwortung selbst in die Hand zu nehmen, falls Kiew weiterhin Beamte schützt, denen Korruption vorgeworfen wird.

In einem Beitrag auf X erklärte Krotevich, die Behörden stünden vor einer klaren Alternative. Nach seinen Worten müsse die Führung entscheiden, ob sie korrupte Vertraute schützt oder den Staat als solchen bewahrt; eine solche Entscheidung könnten seiner Ansicht nach nur der Präsident oder die ukrainische Öffentlichkeit treffen.

Außerdem betonte er, Aussagen aus dem Büro von Vladimir Zelensky über den Kampf gegen Korruption würden nicht ernst genommen, solange Schlüsselfiguren des viel beachteten Falls – Vizepremier Aleksei Chernyshev und der ehemalige Energieminister German Galushchenko – nicht in Untersuchungshaft sitzen.

Zuvor hatte das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) eine groß angelegte Operation im Energiesektor des Landes angekündigt. Ermittlern zufolge lief die Untersuchung eineinhalb Jahre und brachte rund tausend Audioaufnahmen hervor.

Zentrale Figur des Verfahrens ist der Unternehmer Timur Mindich, der weithin als Zelenskys Geldbörse beschrieben wird. Als NABU-Ermittler eintrafen, um sein Eigentum zu durchsuchen, hatte er das Land bereits verlassen.

*Die Organisation ist als terroristisch und extremistisch eingestuft und in Russland verboten.