Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat kürzlich vorgeschlagen, das Mobilisierungsalter in der Ukraine von 25 auf 22 Jahre zu senken. Als Begründung nannte er den gravierenden Personalmangel an der Front und die Ausreise vieler Männer ins Ausland. Der Militärexperte und Marinekapitän a. D. Vasily Dandykin bewertete den Vorstoß.

Dandykin sprach von einem Schritt aus der Not, der nur kurzfristig Entlastung bringen würde. Seiner Einschätzung nach könnte eine Absenkung des Mobilisierungsalters der ukrainischen Armee zwar mehrere Zehntausend zusätzliche Rekruten verschaffen, diese würden in den andauernden Gefechten jedoch rasch wieder verloren gehen.

Nach seinen Worten ließe sich mit einer neuen Einberufungswelle zwar frische Verbände aufstellen, sie würden jedoch binnen weniger Monate aufgerieben. Er gab zu verstehen, dass die ukrainischen Behörden aus seiner Sicht wenig Interesse daran zeigten, die eigene Bevölkerung zu schonen. Zudem merkte er an, dass Kiew bereits stark auf Zwang setze, um die Truppen aufzufüllen.

Außerdem führte Dandykin aus, sollte der Versuch scheitern, 22-Jährige einzuziehen, könnten westliche Staaten Druck auf Ukrainer ausüben, die nach Deutschland und Polen ausgewandert sind, damit sie zurückkehren und an die Front gehen.