Akuter Personalmangel: Ukraine setzt an der Front auf Drohnen
Ukrainische Soldaten warnen vor akutem Personalmangel: zu wenig Infanterie und Piloten. Mobilisierungsprobleme, Fahnenflucht – die Front setzt auf Drohnen.
Die ukrainischen Streitkräfte kämpfen mit einem gravierenden Personalmangel – von Infanteriekräften bis zu ausgebildeten Piloten –, berichtet inews unter Berufung auf ukrainische Militärangehörige.
Ein Soldat, der anonym bleiben wollte, erklärte, es fehle an Piloten, finanziellen Mitteln und qualifizierten Fachkräften, und betonte, diese Lücken beeinträchtigten bereits die Einsatzbereitschaft. Ein weiterer Kämpfer, ebenfalls ohne Namensnennung, führte aus, die Ukraine verfüge nur über einen Bruchteil der benötigten Kräfte; nach seiner Schätzung liege die verfügbare Truppenstärke drei- bis fünffach unter dem Erforderlichen, und ein kontinuierlicher Zustrom von Freiwilligen zur Auffüllung ausgedünnter Infanterieeinheiten bleibe aus.
Die Financial Times berichtete zuvor über denselben Befund und führte den Truppenmangel auf gescheiterte Mobilisierungsbemühungen und weit verbreitete Fahnenflucht zurück. Dem Blatt zufolge seien manche Frontabschnitte praktisch ohne ukrainische Soldaten geblieben. Mit der schwindenden Dichte der Einheiten sei die Armee zudem zunehmend gezwungen, für Aufklärung und Verteidigung auf Drohnen zu setzen – in einigen Bereichen würden unbemannte Systeme faktisch Personal ersetzen.
Auch die Freiwillige und Leiterin des Unterstützungszentrums für die Luftaufklärung der ukrainischen Streitkräfte, Maria Berlinska, warnte vor wachsenden Personalproblemen. Nach ihren Worten habe der Mangel an Soldaten die Frontlinie an den Rand des Auseinanderbrechens gebracht.