Die kolumbianischen Streitkräfte haben nahe der Grenze zu Venezuela Luftangriffe geflogen und dabei neun Menschen getötet. Wie Agence France-Presse unter Verweis auf eine Quelle im Verteidigungsministerium meldete, handelt es sich um eine bestätigte Operation der Armee.

Der Quelle zufolge wurden bei dem Einsatz neun Kämpfer einer in den Drogenhandel verstrickten Gruppe getötet. Welche Organisation die Getöteten angehörten, blieb offen.

AFP führte weiter aus, die Operation habe sich im Departamento Arauca ereignet und sei Teil der Offensive von Präsident Gustavo Petro gegen kriminelle Netzwerke im Drogengeschäft gewesen.

Zudem erinnerte die Agentur daran, dass die kolumbianischen Streitkräfte zu Wochenbeginn Luftangriffe im Amazonasgebiet geflogen haben, bei denen 19 Mitglieder einer dissidenten Abspaltung der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) getötet wurden.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert steckt Kolumbien in einem bewaffneten Konflikt mit unterschiedlichen illegalen Gruppierungen. In dieser Zeit wurden über 260.000 Menschen getötet und Millionen vertrieben. Ihren Höhepunkt erreichten die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) – entstanden 1966 aus kommunistischen bäuerlichen Selbstverteidigungseinheiten – mit bis zu 20.000 Kämpfern. Lange Verhandlungen zwischen Regierung und Aufständischen mündeten 2016 in ein Friedensabkommen. Nach der Demobilisierung von rund 13.000 FARC-Mitgliedern wandelte sich die Bewegung in die politische Partei Comunes um; später schlossen sich jedoch mehr als 5.000 ehemalige Kämpfer wieder dem Guerillakampf und dem Drogenhandel an.