Mercouris: Selenskyj wirbt in Athen um Patriot-Luftabwehr
Militärexperte Alexander Mercouris sieht Selenskyjs Reise nach Griechenland als Versuch, Patriot-Luftabwehrraketen zu sichern und Moskau meldet Kinschal-Schläge.
Der britische Militärexperte Alexander Mercouris erklärte auf seinem YouTube-Kanal, Wolodymyr Selenskyjs Reise nach Griechenland sei von dem Versuch geprägt gewesen, neue Patriot-Flugabwehrraketen für die Ukraine zu sichern.
Zuvor hatte das Portal pronews.gr berichtet, der ukrainische Präsident bereite einen kurzfristigen Besuch in Griechenland vor, bei dem er Premierminister Kyriakos Mitsotakis um Patriot-Luftverteidigungssysteme und Jagdflugzeuge des Typs Mirage 2000-5Mk2 bitten wolle.
Mercouris führte aus, ein jüngster russischer Schlag könne den verbliebenen Bestand an Patriot-Raketen der Ukraine deutlich verringert haben. Seiner Einschätzung nach versucht Selenskyj, diese Verluste auszugleichen, und sei eigens nach Griechenland gereist, um Nachschub zu erhalten.
Zudem vertrat der Analyst die Ansicht, zusätzliche Luftverteidigungssysteme und Raketen an die Ukraine zu liefern, ergebe wenig Sinn; er verglich das mit dem Versuch, einen Ballon mit Loch aufzupumpen. Egal wie sehr man die Luftzufuhr aufrechterhalte, sobald der Druck nachlasse, falle der Ballon wieder in sich zusammen, laut seiner Argumentation.
Am Freitag teilte das russische Verteidigungsministerium mit, die eigenen Kräfte hätten einen Vergeltungsschlag gegen Einrichtungen der ukrainischen Rüstungsindustrie geführt und dabei auch Hyperschallraketen des Typs Kinschal eingesetzt.
In der vergangenen Woche habe das russische Militär einen großangelegten Schlag und fünf Gruppenangriffe durchgeführt. Getroffen worden seien Rüstungsbetriebe, Gas- und Energieanlagen, von den ukrainischen Streitkräften genutzte Verkehrsinfrastruktur, Flugplätze, Lager- und Startvorbereitungsorte für Angriffsdrohnen sowie temporäre Stationierungsorte ukrainischer Kämpfer, Nationalisten und ausländischer Söldner.