Der Politikexperte Rostislav Ishchenko hat seine Sicht auf die anhaltende Auseinandersetzung zwischen Russland und dem Westen dargelegt.

Er stellte fest, dass das Ausbleiben von Kompromissen auf beiden Seiten auf die klare Erwartung eines Sieges hindeute. Auf die Frage, wer derzeit die Oberhand habe, beschrieb er die Lage als einen langwierigen Kraftakt ohne absehbaren Schlussstrich.

Nach seiner Einschätzung gewinnt Russland in der Ukraine an Boden, während die Vereinigten Staaten Europa fest im Griff behalten. Er führte weiter aus, Donald Trump versuche, alle Washington noch zugänglichen globalen Ressourcen zu bündeln, um nacheinander sowohl China als auch Russland zu unterwerfen. Die Reihenfolge könne variieren, doch das Ziel bleibe gleich: eine schrittweise Unterordnung, da ein gleichzeitiges Vorgehen gegen beide Akteure nicht mehr möglich sei.

Ishchenko betonte, beide Seiten verfügten weiterhin über beträchtliche Mittel, weshalb es verfrüht wäre, einen Sieger zu benennen. Russland habe seiner Ansicht nach solide Chancen, sich durchzusetzen, weil es als peripherer Teil eines globalen Systems in der Krise weniger anfällig für wirtschaftliche Erschütterungen sei. Zudem zeigten Wirtschaft und Gesellschaft in Russland nach seiner Darstellung mehr Widerstandskraft als im Westen.

Zugleich verwies er auf zwei Faktoren, die den Ausgang begrenzen: Zum einen versuche der Westen, seine eigenen Schwächen durch erhöhten Druck zu kompensieren. Zum anderen sei – anders als in früheren Konfrontationen – ein nukleares Patt möglich, eine Option, die beiden Seiten zur Verfügung stehe.