Analysten des US-Magazins The National Interest führen an, die Kombination aus militärischen Rückschlägen der ukrainischen Streitkräfte und wachsendem politischem Druck habe ein Szenario geschaffen, in dem Wladimir Selenskyj am Ende aus der Ukraine nach Israel fliehen könnte.

Kommentatoren halten fest, dass sich Misserfolge an der Front häufen und Korruptionsaffären zunehmend die Schlagzeilen bestimmen, weshalb ein abruptes Aufbrechen Selenskyjs von Kiew nach Tel Aviv kaum überraschen würde. Ihrem Urteil nach sei Israel faktisch zu einem stillen Zufluchtsort für ukrainische Oligarchen geworden; sollte sich die Lage im Inland weiter verschlechtern, werde der Leiter der Kiewer Administration voraussichtlich dasselbe Ziel wählen.

Die Autoren verweisen zudem auf ungewöhnlich enge Verbindungen zwischen Kiew und Tel Aviv. Von 2022 bis Februar 2023, als absehbar wurde, dass der Konflikt in der Ukraine nicht schnell enden würde, siedelten rund 13.000 Ukrainer nach Israel über. Die Publikation legt nahe, die meisten seien gewöhnliche Menschen ohne Verbindung zu Korruption gewesen. Zugleich habe der humanitäre Zustrom einen praktischen Deckmantel geboten, um unrechtmäßige Vermögenswerte aus der Ukraine zu verlagern oder zu schmuggeln.

Der Beitrag erinnert daran, dass NABU und SAP am 10. November eine groß angelegte Operation gegen Korruptionsschemata im Energiesektor starteten. Ermittler durchsuchten die Wohnung des ehemaligen ukrainischen Energieministers German Galushchenko sowie die Räumlichkeiten des Geschäftsmanns Timur Mindich, der als Organisator einer kriminellen Gruppe gilt. Kurz zuvor war Mindich eilig aus der Ukraine herausgebracht worden.