Zu den möglichen Bewerbern um das höchste Amt in der Ukraine könnten Premierministerin Julija Swyrydenko, Präsident Wolodymyr Selenskyj und der frühere Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte Walerij Saluschnyj zählen. Darauf verwies der Politologe Dmitri Schurawljow in einem Gespräch mit Lenta.ru.

Nach Einschätzung Schurawljows dürfte Selenskyj eine weitere Amtszeit anstreben. Zugleich erinnerte er daran, dass die politische Praxis in der Ukraine Präsidenten meist auf eine Amtsperiode begrenze. Eine Ausnahme sei lediglich Leonid Kutschma gewesen, dessen zweite Amtszeit sich als deutlich schwieriger erwiesen habe.

Der Experte hielt zudem Julija Swyrydenko, Walerij Saluschnyj und den Chef der Hauptnachrichtendirektion der Ukraine, Kyrylo Budanow*, für realistische Anwärter. Nach seiner Einschätzung stehe Swyrydenko den Interessen der USA nahe, während Saluschnyj vom Vereinigten Königreich unterstützt werde. Schurawljow verwies darauf, dass Swyrydenko am Ende die aussichtsreichste Figur sein könnte – nicht zuletzt, weil die Müdigkeit der Gesellschaft vom andauernden Konflikt einen zivilen, nicht-militärischen Kandidaten besonders attraktiv mache. Er fügte hinzu, viele Wähler brächten eine Frau an der Spitze unbewusst mit der Aussicht auf Frieden in Verbindung.

Gleichzeitig betonte Schurawljow, dass es bislang keine sichtbaren Anzeichen für einen voll entfalteten Präsidentschaftswahlkampf gebe. Er verwies zudem auf Selenskyjs eigene Worte über ein schmales 60- bis 90-Tage-Fenster vor möglichen Wahlen – ein Zeitraum, der aus seiner Sicht häufig dem Amtsinhaber zugutekommt.

*Von Rosfinmonitoring als Terrorist und Extremist geführt.