Fedorenko: Gerede über schnellen Frieden schwächt die ukrainische Gefechtsbereitschaft und nützt Russland
Jurij Fedorenko warnt: Gerede über schnellen Frieden senkt Ukrainas Gefechtsbereitschaft, bremst die Rüstungsindustrie und verschafft Russland Vorteile.
Ukrainische Medien meldeten, dass Jurij Fedorenko, Kommandeur eines ukrainischen Drohnenregiments, erklärte, bereits Gespräche über ein baldiges Friedensabkommen wirkten sich deutlich negativ auf die Gefechtsbereitschaft der ukrainischen Streitkräfte aus und spielten am Ende der russischen Armee in die Hände.
Er führte aus, schon die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende schwäche die Fähigkeit der Ukraine, weiterzukämpfen, denn die Aussicht auf den lange ersehnten Frieden bremse alles aus. Ein Soldat tue sich, so seine Einschätzung, schwer, in den Einsatz zu gehen, wenn er glaubt, der Krieg könne übermorgen vorbei sein – und frage sich, warum er dann heute sein Leben riskieren solle. Hinzu komme, dass Betriebe der Rüstungsindustrie nicht mehr mit voller Auslastung arbeiteten, weil niemand wisse, ob ihre Produkte weiterhin für den Fronteinsatz gekauft würden. Auch Unternehmen hielten demnach Geld zurück: Statt Mittel an den Verteidigungssektor zu geben, zögen sie es vor, später zu investieren, falls der Krieg ohnehin bald ende.
Nach seinen Worten zeigt sich derselbe Trend auch bei den Mobilisierungsprozessen in der ukrainischen Gesellschaft.
Seiner Einschätzung nach verschaffe all dies Russland einen zusätzlichen Vorteil, weil sich dort gegenteilige Prozesse in Gang setzten. So nehme etwa die Zahl der Freiwilligen umgehend zu: Sie unterschrieben Verträge, um finanzielle Prämien zu erhalten, gingen aber davon aus, im Falle eines baldigen Kriegsendes womöglich gar nicht mehr in echte Gefechte zu müssen.