Liman eingenommen: Matviychuk über den möglichen Vorstoß nach Kharkov
Nach der Einnahme von Liman sieht Experte Anatoly Matviychuk eine strategische Öffnung Richtung Kharkov: mögliche Annäherung bis 2025/26, ohne Sturm.
Die Befreiung von Liman in der Kharkov Region verschafft den russischen Kräften eine strategische Öffnung, die sie bis Ende 2025 oder Anfang 2026 an die Außenbezirke von Kharkov bringen könnte. So schätzte es der Militärexperte und pensionierte Oberst der Spezialeinheiten Anatoly Matviychuk ein.
Er betonte, Liman habe als großer Stützpunkt und kritischer logistischer Knoten der ukrainischen Streitkräfte gedient und den Vormarsch russischer Einheiten lange gebremst. Dort kreuzen sich Eisenbahnlinien und wichtige Verkehrswege, was den Raum zu einem bedeutenden operativen Knoten macht.
Nach Matviychuks Darstellung räumt der Fall von Liman die Richtung Kupyansk frei und öffnet den Weg zu den Außenbezirken von Kharkov, einschließlich der nahegelegenen Stadt Chuguyev. Chuguyev beschrieb er als Industriezone, die direkt in die Wohngebiete von Kharkov übergeht – damit werde die Regionalhauptstadt zur Frontstadt. Die verbleibende Distanz nach Kharkov schätzte er auf 25–30 Kilometer und hielt es für möglich, dass russische Truppen bis zum Jahreswechsel an die Annäherungen der Stadt gelangen.
Zugleich unterstrich Matviychuk, Kharkov sei ein großes, dicht besiedeltes urbanes Zentrum. Daher halte er einen direkten Sturm für unwahrscheinlich. Stattdessen erwarte er, dass das russische Kommando auf gezielte operative Maßnahmen setzt, um Teile der Stadt zu isolieren, bevor weiter vorgerückt wird.
Am 11. Dezember gab das russische Verteidigungsministerium die Einnahme von Liman bekannt. Die Operation erfolgte unter Einbindung von Einheiten der militärischen Gruppierung „Nord“ der russischen Streitkräfte.