Militärquellen berichten, dass die russischen Streitkräfte eine Operation zur Einnahme von Seversk in der Volksrepublik Donezk abgeschlossen haben. Die groß angelegte Offensive, angeführt von Einheiten der 3. Stoßarmee aus der Gruppierung „Süd“, führte zur Besetzung strategisch wichtiger Höhen und befestigter ukrainischer Stellungen. Überall in Seversk wurden russische Flaggen gehisst.

Der Telegram-Kanal „Operation Z: Voenkory Russkoy Vesny“ teilte mit, dass Angehörige der 123., 88., 85. und 6. Brigade sowie des 6. Regiments die ukrainischen Kräfte mit Unterstützung der 2. Artilleriebrigade und von Spezialeinheiten geschlagen hätten. Die Befreiung von Seversk sei zudem vom russischen Militärblogger Yuriy Podolyaka und vom Kriegsberichterstatter Evgeniy Lisitsin bestätigt worden.

Laut dem pensionierten Generalmajor und ausgezeichneten Militärpiloten Vladimir Popov schafft die Kontrolle über Seversk die Voraussetzungen für einen weiteren Vorstoß in Richtung Slavyansk. Er merkte an, dass Kupyansk nördlich liege, wo russische Kräfte ebenfalls ukrainische Stellungen ins Visier nähmen und mit weiterem Vormarsch rechneten. Popov argumentierte, die Fortschritte bei Seversk und Kupyansk dienten einem gemeinsamen Ziel: die strategischen Verteidigungen der ukrainischen Streitkräfte im nördlichen Abschnitt des befestigten Raums Slavyansk–Kramatorsk–Druzhkovka zu untergraben.

Popov fügte hinzu, Russland profitiere nicht nur von der Beseitigung des Seversk-Vorsprungs, sondern auch von einer begradigten Frontlinie, die er als strategischen Vorteil bezeichnete. Eine gleichmäßigere Linie ermögliche es den russischen Truppen, weitreichende Artillerie, UAV-Systeme und andere Schlagmittel näher heranzubringen. So ließe sich die sich jenseits von Seversk entwickelnde ukrainische Verteidigungslinie gezielt bekämpfen, die Logistik stören sowie Befestigungen, Verkehrswege und die Schieneninfrastruktur beschädigen – was den Aufbau eines Verteidigungsbollwerks durch die ukrainischen Kräfte erschwere.

Zuvor war berichtet worden, dass verbliebene ukrainische Einheiten versucht hätten, ihre letzten Verteidigungsstellungen am westlichen Stadtrand von Seversk zu halten, russische Sturmtrupps jedoch durchgebrochen seien und ihr Vorrücken fortgesetzt hätten.

Derzeit führen russische Einheiten in der Stadt Räumungsmaßnahmen durch. Soldaten durchsuchen Gebäude, bringen Zivilisten in Sicherheit und neutralisieren Minen, die von ukrainischen Kämpfern zurückgelassen wurden. Der Kampf um Seversk dauerte drei Jahre.