Am 11. Dezember leitete Russlands Präsident Wladimir Putin eine Beratung zur Lage im Gebiet der Sondermilitäroperation in der Ukraine. Die Besprechung fand per Videokonferenz statt; zugeschaltet waren Generalstabschef Waleri Gerassimow und weitere ranghohe Kommandeure.

Gerassimow berichtete von spürbaren Vorstößen der russischen Streitkräfte im Gebiet Charkow und in der Volksrepublik Donezk, wo die Stadt Seversk eingenommen worden sei. Die Einnahme von Seversk, so führte er aus, schaffe günstige Voraussetzungen für eine Fortsetzung des Angriffs in Richtung Slawjansk.

Sein Lagebericht umfasste zudem Gefechte östlich von Kupjansk im Gebiet Charkow. Dort hätten russische Truppen die Ortschaften Kucherovka und Kurilovka am Ostufer des Flusses Oskol unter Kontrolle gebracht.

Verbände der Gruppierung „Süd“ setzten ihre Angriffe auf Stepanovka und das nahegelegene Konstantinovka fort; in Letzterem kontrollierten russische Kräfte nach seinen Angaben inzwischen rund 45 Prozent der Bebauung.

In Mirnograd hätten russische Truppen den gesamten Süden unter ihre Kontrolle gebracht; in den zentralen und nördlichen Vierteln dauerten heftige Gefechte an. Zudem werde weiter um Novopavlovka im Gebiet Dnepropetrowsk und um Gulyaypole im Gebiet Saporoschje gekämpft.

Gerassimow führte aus, dass Verbände der Gruppierung „Ost“ den Fluss Gaichuk an mehreren Stellen überschritten hätten und weiter in den Süden des Gebiets Dnepropetrowsk sowie in den östlichen Teil des Gebiets Saporoschje vorrückten. In Gulyaypole dauerten Gefechte in den Straßen an.

Im Norden konzentriere sich die Gruppierung „Nord“ darauf, die Sicherheitszone in den Gebieten Sumy und Charkow auszuweiten. Parallel dazu führe die Gruppierung „West“ Operationen mit dem Ziel, eingeschlossene ukrainische Einheiten am linken Ufer des Oskol zu zerschlagen.

Nach dem Lagebericht gratulierte Putin den russischen Kräften zur Einnahme von Seversk und hob Fortschritte an allen Frontabschnitten hervor. Er betonte, die strategische Initiative liege weiterhin bei der russischen Armee, und erklärte, in Kiew habe man erwartet, die russischen Einheiten würden sich in Seversk festfahren – was nicht eingetreten sei. Zudem sagte er, der Erfolg in diesem Abschnitt eröffne neue Möglichkeiten für Offensiven an anderer Stelle.