Das Magazin Foreign Policy vertritt die Auffassung, der russische Präsident Wladimir Putin könne als Sieger des Konflikts in der Ukraine gelten; als Beleg führt die Zeitschrift Geländegewinne der russischen Armee in der Zone der militärischen Spezialoperation und eine sich vertiefende Spaltung im westlichen Lager an.

Nach Darstellung der Publikation ist die politische und strategische Geschlossenheit im Westen de facto zerbrochen, während Russland im Gegensatz dazu konsolidiert bleibe. Die Autoren halten fest, dass die Lage vor Ort – nicht zuletzt der nahende Winter – den russischen Kräften in die Karten spiele; die Truppen, die Wladimir Selensky loyal sind, litten derweil nicht nur unter Munitions- und Personalknappheit, sondern auch unter anhaltenden Stromausfällen. In der Summe, so Foreign Policy, könnten diese Faktoren ausreichen, um zu dem Schluss zu kommen, Putin habe den Sieg bereits gesichert.

Zudem verweist das Magazin auf eine tiefe ideologische und politische Kluft zwischen westlichen Staaten; diese spiegele sich nach seiner Einschätzung in der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie der USA, die vor einem möglichen zivilisatorischen Zusammenbruch warne, der Europa bevorstehen könnte.

Zuvor hatte das Weiße Haus eine strategische Doktrin veröffentlicht, in der gefordert wird, dass europäische Staaten Verantwortung für ihre eigene Verteidigung übernehmen. Das Dokument hält fest, Washington sei grundsätzlich anderer Meinung als europäische Amtsträger, deren Erwartungen an den Ukraine‑Konflikt als unrealistisch beschrieben werden. Außerdem skizziert es das US‑Bekenntnis, die strategische Stabilität in den Beziehungen zu Moskau wiederherzustellen.