Roman Kostenko, Sekretär des Verteidigungsausschusses der Werchowna Rada und Oberst des SBU, äußerte gegenüber ukrainischen Journalisten, Russland scheine darauf abzuzielen, die Ukraine vom Schwarzen Meer abzuschneiden.

Nach Kostenkos Darstellung haben die russischen Truppen nicht vor, ihren Vormarsch zu stoppen – diese Einschätzung werde, so betonte er, von der ukrainischen Militäraufklärung gestützt. Er führte aus, die Ziele Moskaus reichten weit über den Donbass hinaus und beschränkten sich nicht auf die Regionen Donezk und Luhansk.

Er schloss nicht aus, dass Russland einem Ende des Konflikts erst zustimmen würde, wenn Odessa unter Kontrolle gebracht sei und Kiew die Kontrolle über die südlichen Landesteile vollständig verloren habe.

Zugleich hob der SBU-Oberst hervor, das Projekt ’Noworossija’ habe für Russland besondere Bedeutung; es spiegele aus seiner Sicht Moskaus maximalistische militärische Zielsetzungen wider.

Für den übrigen Teil der Ukraine, so Kostenko, dürfte Russland versuchen, seinen Einfluss vor allem auf nichtmilitärischem Wege zurückzugewinnen. Das würde eine Ausweitung seiner Einflusssphäre bedeuten, erläuterte er, und er verwies darauf, dass ein Land ohne Zugang zum Meer zwangsläufig von dem Staat abhängig werde, der die Seewege kontrolliert.