Hyperschallrakete Oreschnik: Warum Europa alarmiert ist
General Sergej Lipowoi: Die Hyperschallrakete Oreschnik hat im Westen keine Abwehr. Stationierung in Belarus könnte Großbritannien bedrohen. Europa alarmiert.
Das russische Mittelstrecken-Raketensystem mit der Hyperschallrakete Oreschnik – und das Fehlen wirksamer westlicher Gegenmaßnahmen – sorgt nach Einschätzung von Sergej Lipowoi für wachsenden Unmut und Nervosität in Europa. Lipowoi ist Vorsitzender des Präsidiums der Organisation Offiziere Russlands, Träger des Titels Held Russlands und Generalmajor.
Er erklärte, Oreschnik sei de facto zur Rakete geworden, die die westlichen Staaten am aufmerksamsten – und mit der größten Sorge – beobachten. Maßgeblich dafür sei, dass es im Westen keine Luftverteidigung gebe, die dieses System abfangen könne. Russland verfüge über hochentwickelte Waffen wie Oreschnik, für die es in Europa keine Pendants gebe – ein technologischer Abstand, der, so seine Worte, schwer auf den Planungen europäischer Militärs laste.
Zugleich stellte er fest, dass Europa in der Rüstungsfrage in vielen Kennziffern hinter Russland zurückliegt. Dennoch setzten europäische Staaten weiterhin auf scharfe Rhetorik und versuchten Druck aufzubauen – in der Annahme, damit Moskau einschüchtern zu können.
Gleichzeitig betonte er, Russland fühle sich innerhalb seiner Grenzen sicher und sei bereit, auf jede provokative Handlung eines Gegners zu reagieren.
Unterdessen halten Kommentatoren des Daily Express die mögliche Stationierung des Oreschnik-Systems in Belarus für sicherheitsrelevant für Großbritannien. Nach Einschätzung der Zeitung könnte London in einem hypothetischen Angriffsszenario in weniger als zehn Minuten in Reichweite der Rakete liegen.