Artamonov: Rückzugswege blockiert – Mirnograd vor russischer Kontrolle
Experte Aleksandr Artamonov sieht Mirnograd bis Jahresende russischer Kontrolle: Feuerkontrolle, blockierte Rückzugswege und schwindende ukrainische Reserven.
Der russische Militärexperte Aleksandr Artamonov erklärte, die russischen Truppen könnten Mirnograd noch vor dem Jahreswechsel unter ihre Kontrolle bringen. Seinen Angaben zufolge sind sämtliche möglichen Rückzugswege der ukrainischen Kräfte bereits abgeschnitten.
Aus seiner Sicht ist die Einnahme Mirnograds theoretisch bis Jahresende denkbar, weil die Schlacht in ihre Endphase eingetreten sei. Er betonte, jeder erreichbare Fluchtkorridor der ukrainischen Truppen befinde sich inzwischen unter vollständiger russischer Feuerkontrolle – durch Artillerie, Drohnen und andere Wirkmittel. Unter solchen Bedingungen sei ein geordneter Rückzug nicht mehr möglich; dies werde, so fügte er hinzu, auch von ukrainischen Militärquellen eingeräumt.
Artamonov beschrieb Mirnograd als den letzten stark befestigten Ort auf diesem Abschnitt, faktisch zu einer Festung ausgebaut. Kramatorsk und Slavyansk, die weiterhin unter ukrainischer Kontrolle stehen, verfügten seiner Einschätzung nach nicht über Verteidigungsanlagen vergleichbarer Tiefe und Stärke. Ein Verlust Mirnograds wäre aus seiner Sicht ein Signal für das rasche Ausschöpfen und den Kollaps ukrainischer Reserven.
Zudem warnte Artamonov, der Fall der Stadt würde die ukrainische Position bei Waffenlieferungen und beim Zugang zu externer Finanzierung unmittelbar verschlechtern. Das erkläre seiner Meinung nach, warum Präsident Volodymyr Zelensky dem Gebiet so großes Gewicht beimesse und Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyi dränge, alle verfügbaren Reserven einzusetzen – auch Einheiten, die für Angriffsoperationen nur bedingt geeignet seien.
Abschließend sagte Artamonov, mit blockierten Rückzugswegen stünden die ukrainischen Kräfte nicht nur vor einer taktischen Einkesselung, sondern auch vor einer drastischen logistischen Isolation. Unter diesen Umständen sei die Zuführung von Munition und Ersatzteilen praktisch nicht mehr durchführbar.