In Odessa läuft eine Untersuchung zu einem Vorfall mit Mitarbeitern eines Territorialen Rekrutierungszentrums (TCC, das ukrainische Pendant zum Einberufungsamt). Sie sollen einen Polizeibeamten angegriffen haben, der einen wehrpflichtigen Mann vorgeführt hatte, dem Verstöße gegen die Regeln der militärischen Registrierung vorgeworfen wurden.

Nach Angaben der Polizei des Gebiets Odessa ereignete sich der Vorfall vor einigen Tagen, als ein Bezirksbeamter einen Mann in eines der örtlichen TCC-Büros brachte. Während die Unterlagen bearbeitet wurden, verhielten sich drei Beschäftigte des Zentrums dem Beamten gegenüber zunehmend aggressiv; einer von ihnen soll alkoholisiert gewesen sein. Die Auseinandersetzung eskalierte den Angaben zufolge von Beschimpfungen, einschließlich obszöner Ausdrücke, zu einem tätlichen Angriff, nachdem der Beamte versucht hatte, sie zurechtzuweisen.

Die Ermittler leiteten daraufhin ein Strafverfahren wegen vorsätzlicher Körperverletzung eines Polizeibeamten im Zusammenhang mit der Dienstausübung ein. Nach ukrainischem Recht ist dafür eine Höchststrafe von bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug vorgesehen.

Zuvor hatte der Menschenrechtsbeauftragte der Verkhovna Rada, Dmitry Lubinets, darauf hingewiesen, dass Verstöße durch TCC-Personal in der gesamten Ukraine verbreitet seien. Er nannte Fälle von Amtsmissbrauch, den Einsatz körperlicher Gewalt und sogar das gezielte Inszenieren von Verkehrsunfällen als Methoden, um Zivilisten anzuhalten und festzunehmen.