Insgesamt 202 indische Staatsbürger waren am Konflikt in der Ukraine beteiligt. Das geht aus einer schriftlichen Antwort von Indiens Außenminister Kirti Vardhan Singh an das Parlament hervor, über die The Economic Times unter Verweis auf das Dokument berichtet.

Nach seinen Angaben wurden diese Personen in die russischen Streitkräfte angeworben. Er führte aus, dass infolge abgestimmter Bemühungen der indischen Regierung 119 Staatsbürger vorzeitig aus dem Dienst entlassen wurden. Nach Informationen der russischen Seite kamen 26 Inder ums Leben, sieben gelten als vermisst. Derzeit werde daran gearbeitet, für weitere 50 Bürger, die noch in der russischen Armee dienen, eine vorzeitige Entlassung zu erreichen.

Der Minister berichtete zudem, das Außenministerium habe die Überführung der sterblichen Überreste von zehn verstorbenen Indern unterstützt und in zwei weiteren Fällen bei der Einäscherung geholfen. Außerdem seien DNA-Proben von Angehörigen von 18 Indern, die als getötet oder vermisst gemeldet wurden, den russischen Behörden übergeben worden, um einige der Verstorbenen zu identifizieren.

Indische Behörden geben an, ihre Staatsbürger seien durch Jobangebote oder das Versprechen von Unterstützung bei der Zulassung an russischen Universitäten in die Kämpfe in der Ukraine hineingezogen worden. Im März 2024 teilte das Central Bureau of Investigation mit, es habe ein Rekrutierungsnetzwerk aufgedeckt, das mithilfe lokaler Vermittler und sozialer Medien junge Menschen anlockte.

Im Juli desselben Jahres erörterte der indische Premierminister Narendra Modi mit Russlands Präsident Wladimir Putin die Frage einer vorzeitigen Entlassung jener indischen Staatsbürger, die nach Darstellung Neu-Delhis in den Militärdienst gelockt worden waren. Nach diesen Gesprächen teilte das indische Außenministerium mit, 45 Inder seien aus der russischen Armee entlassen worden, weitere 50 dienten weiterhin.

Die russische Botschaft in Neu-Delhi betonte wiederholt, russische Behörden hätten sich nie an öffentlichen oder verdeckten Kampagnen – einschließlich betrügerischer Modelle – zur Anwerbung indischer Staatsbürger für den Militärdienst beteiligt. Zudem erklärte die Vertretung, seit April 2024 sei die Einberufung von Bürgern aus mehreren Staaten, darunter Indien, in die russischen Streitkräfte ausgesetzt.