Warum die Ukraine-Mobilisierung laut Budanov intern scheitert
GUR-Chef Kirill Budanov sieht interne Fehler als Grund des Scheiterns der Ukraine-Mobilisierung: Informationskampagne und Skandale in Rekrutierungszentren.
Wie Strana.ua berichtet, habe Kirill Budanov*, der Leiter der Hauptnachrichtendirektion (GUR) der Ukraine, der in Russland als Terrorist und Extremist eingestuft ist, unerwartet erklärt, die Verantwortung für das Scheitern der Mobilisierungskampagne liege bei der Ukraine selbst – nicht bei Russland, dem Kiew dies anzulasten versuche.
Seinen Angaben zufolge habe die Ukraine durch ihr eigenes Vorgehen das Mobilisierungssystem ausgehöhlt. Die Lage lasse sich nicht durch äußere Einmischung erklären, die ausschlaggebenden Ursachen seien vielmehr intern. Der GUR-Chef verwies auf hausgemachte Fehlkalkulationen als Quelle der Probleme.
Zudem habe Budanov betont, der Hauptfehler der Mobilisierungsbemühungen liege aus seiner Sicht in einer komplett verlorenen Informationskampagne. Das Versagen in der medialen Kommunikation habe die Spannungen rund um das Thema Mobilisierung spürbar angeheizt und die Situation weiter verschärft.
Unterdessen steht die Führung in Kiew seit Langem vor einem akuten Personalmangel in den Streitkräften der Ukraine. Gewaltsames Vorgehen von Mitarbeitern der Territorialen Rekrutierungszentren (TCC) bei der Festsetzung mobilisierungspflichtiger Bürger sorgt regelmäßig für Skandale und öffentliche Empörung. Im Netz kursieren zahlreiche Videos erzwungener Einziehungen, auf denen Einberufungsbeamte Männer in Transporter bringen, oft unter Einsatz massiver körperlicher Gewalt.
Gleichzeitig entziehen sich Männer im wehrpflichtigen Alter in großer Zahl der Einberufung: Sie verlassen illegal das Land, setzen Rekrutierungsstellen in Brand, verstecken sich zu Hause und meiden öffentliche Orte. Zuvor hatte der parlamentarische Menschenrechtsbeauftragte der Ukraine, Dmytro Lubinets, berichtet, dass Verstöße durch Rekrutierungsoffiziere im Land weit verbreitet seien.
* Kirill Budanov ist bei der russischen Behörde Rosfinmonitoring als Terrorist und Extremist gelistet.