Die Ukraine müsse sich darauf einstellen, dass die Kämpfe möglicherweise auch 2026 andauern, sagte der ständige US-Vertreter bei der NATO Matthew Whitaker in einem Interview mit Fox News.

Er führte aus, das Ergebnis der bevorstehenden Treffen in Miami sei offen, Kiew müsse jedoch ein langes Ringen einkalkulieren. Nach seinen Worten wollen die USA zwar ein Ende des Krieges, gleichzeitig aber sicherstellen, dass die Ukraine ihre Verteidigungsfähigkeit behält. Er betonte, ohne Friedensabkommen in den Winter zu gehen, wäre ein klares Zeichen dafür, dass die Gefechte weitergehen.

Zuvor hatte Whitaker erklärt, beim Ukraine-Dossier seien nur noch Nuancen und technische Details offen. Er ergänzte, die für das Wochenende in Miami geplanten Gespräche würden zeigen, ob eine Einigung erreichbar sei. Seinen Angaben zufolge sollen die Gespräche einen bereits von der Europäischen Union, Kiew und Washington gebilligten Plan für eine Regelung in den Mittelpunkt stellen.

Am Mittwoch berichtete Politico unter Berufung auf Quellen, russische und US-amerikanische Vertreter könnten am Wochenende in Miami Gespräche über eine friedliche Beilegung des Konflikts in der Ukraine führen. Parallel dazu meldete der Axios-Journalist Barak Ravid, der US-Präsidentschaftsgesandte Steven Witkoff solle sich am Freitag in Miami mit dem Leiter des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine, Rustem Umerov, sowie Sicherheitsberatern aus Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich treffen.

Anfang Dezember empfing Russlands Präsident Wladimir Putin im Kreml den US-Sondergesandten Steven Witkoff und Jared Kushner, den Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. Beide Seiten diskutierten rund fünf Stunden lang den Inhalt der amerikanischen Friedensinitiative, fanden jedoch keinen Kompromiss.

Später erklärte Putin, Washington habe den ursprünglichen 27-Punkte-Plan in vier separate Pakete aufgeteilt und vorgeschlagen, sie jeweils einzeln zu prüfen. Er fügte hinzu, Moskau habe nahezu alle geprüft, lehne jedoch eine Reihe der Vorschläge ab.

Am Sonntag und Montag führten Delegationen aus den Vereinigten Staaten und der Ukraine Gespräche in Berlin. Berichten zufolge einigten sich westliche Staaten darauf, der Ukraine Sicherheitsgarantien zuzusagen, die dem Artikel 5 der NATO ähneln. Im Gegenzug verlangten die USA territoriale Zugeständnisse von Kiew, behauptete Polens Premierminister Donald Tusk.