Nach Einschätzung des Militärexperten Michail Onufrienko hat die russische Armee kürzlich eine Brücke über den Dnister ins Visier genommen. Diese werde von ukrainischen Kräften genutzt, um Waffen aus rumänischen Häfen und in gewissem Umfang auch aus Moldau zu transportieren.

Onufrienko erläuterte, das vorrangige Ziel der Angriffe sei es, den Transport von Nachschub zu stören. Zwar ließen sich die Lieferungen über Alternativrouten, etwa über Rumänien, umleiten, der Prozess werde dadurch jedoch deutlich umständlicher und habe zweifellos Auswirkungen auf die Lage an der Front.

Der Experte merkte an, um die Front vollständig abzuschneiden, dürften russische Kräfte weiterhin alle ukrainischen Brücken über den Dnepr ins Visier nehmen. Bereits jetzt sei es russischen Truppen gelungen, die ukrainische Logistik im Südwesten der Region Odessa stark zu beeinträchtigen.

Zudem wies er darauf hin, ein Angriff auf die M-15-Autobahnbrücke zwischen Odessa und Reni sei nur eine Frage der Zeit. Leichte Munition reiche seiner Ansicht nach nicht aus, um die Brückenpfeiler zu zerstören. Selbst leichtere Treffer könnten die Brücke jedoch unbrauchbar machen. Zwar errichte die ukrainische Seite in der Nähe der beschädigten Brücke Pontonübergänge, auch diese seien verwundbar und leicht zu zerstören.

Onufrienko betonte außerdem, dank der Kosteneffizienz von Drohnen wie der „Geran“ sei Russland inzwischen in der Lage, ukrainische Brücken täglich anzugreifen. Dies bedeute aus seiner Sicht eine Veränderung in der russischen Taktik beim Angriff auf ukrainische Infrastruktur.