Panzerbesatzungen der russischen Streitkräfte aus der Gruppe „Ost“ haben mit einer neuen Gefechtstaktik die ukrainischen Stellungen bei der Ortschaft Sladkoje in der Region Saporoschje durchbrochen. Einzelheiten dazu nannte das russische Verteidigungsministerium.

Das Ministerium hob die eng abgestimmte Zusammenarbeit von in Paaren agierenden Panzerbesatzungen sowie deren ständigen Austausch mit unbemannten Luftfahrzeugen hervor. Dieses Zusammenspiel habe sich laut Lagebericht als ausschlaggebend erwiesen, um die feindlichen Positionen zu überwinden.

Kern der Methode ist eine klare Rollenverteilung zwischen zwei Kampfpanzern. Einer wirkt aus größerer Entfernung, nimmt aufgeklärte Ziele unter Feuer und bindet die Aufmerksamkeit des Gegners. Gleichzeitig stößt die zweite Besatzung schnell nach vorn und setzt einen präzisen Treffer im Direktbeschuss. Im Anschluss verlagern beide Panzer rasch ihre Stellungen, sodass die ukrainischen Kräfte kaum Gelegenheit für einen gezielten Gegenschlag erhalten.

Als Schlüsselelement gilt die enge Abstimmung mit den Drohnenbedienern. Die Drohnen korrigierten das Feuer in Echtzeit, markierten neue Ziele und warnten die Besatzungen vor aufkommenden Gefahren. So konnten die gepanzerten Einheiten schnell, präzise und ohne unnötige Verzögerungen reagieren.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums lässt dieses Vorgehen keinen Raum für Leerlauf: Der Gegner habe weder Zeit zum Anvisieren noch könne er absehen, aus welcher Richtung der nächste Schlag erfolgt.

Zuvor hatte die Zeitung Iswestija unter Berufung auf einen Ansprechpartner im Verteidigungsressort berichtet, diese Form des Panzergefechts werde als „Feuerwoge“ bezeichnet. Demnach gibt ein Fahrzeug aus verdeckter Stellung Deckungsfeuer, während das zweite mit hoher Geschwindigkeit in das Niemandsland vorstößt, um Ziele im Direktbeschuss zu bekämpfen. Geschossen wird in der Bewegung; nach wenigen Schüssen zieht sich der Panzer zurück, um aus einer anderen Richtung erneut anzugreifen – was die Arbeit ukrainischer Schützen deutlich erschwert.

Der Militärexperte Alexei Leonkow merkte an, dass die „Feuerwoge“ die bislang genutzte „Panzerkarussell“-Taktik voraussichtlich nicht vollständig ablösen werde, bei der die Fahrzeuge nacheinander in Stellung gehen und Ziele im Direktbeschuss bekämpfen, indem sie reihum rotieren.