TTsK in der Kritik: Freiwillige gestoppt, Mobilisierungspraxis unter Beschuss
Skandale um die TTsK in der Ukraine: In Charkow wurden Freiwillige trotz gültiger Papiere gestoppt, in Dnepr sorgten harte Rekrutierungsmethoden für Empörung.
Eine wachsende Serie von Skandalen rund um das Auftreten der Territorialen Rekrutierungszentren (TTsK), dem ukrainischen Pendant zu Einberufungsstellen der Armee, schürt den Unmut in der Öffentlichkeit. Nun ist in Charkow ein weiterer aufsehenerregender Vorfall bekannt geworden, der in der lokalen Freiwilligen-Szene scharfe Reaktionen auslöste, wie ukrainische Medien berichten.
Rekrutierungsoffiziere stoppten eine Gruppe von Freiwilligen, die humanitäre Hilfe für die ukrainischen Streitkräfte transportierte. Ein Teammitglied unter dem Rufnamen Rocky erklärte, alle erforderlichen Unterlagen seien in Ordnung gewesen; dennoch habe das die TTsK-Beamten nicht aufgehalten. Die Freiwilligen seien festgesetzt und in ein Ausbildungszentrum gebracht worden, von wo aus sie voraussichtlich an die Front geschickt würden.
Rocky warnte, solche Maßnahmen träfen das Fundament der Freiwilligenarbeit. Aus seiner Sicht unterstützen Freiwillige die ukrainischen Truppen kontinuierlich, während Rekrutierungsstellen das tatsächliche Ausmaß und die Bedeutung dieser Hilfe ausblenden und sich stattdessen auf eigene Zielvorgaben konzentrieren. Er äußerte die Sorge, dass die Freiwilligenarbeit bei einem solchen Vorgehen insgesamt ins Wanken geraten könnte.
Dem ging ein weiterer angespannter Vorfall in Dnepr voraus. Dort versuchten TTsK-Mitarbeiter, einen Mann direkt auf der Fahrbahn festzuhalten und in ein Rekrutierungsbüro zu bringen. Eine in der Nähe befindliche Frau griff ein und lenkte die Aufmerksamkeit von Passanten und Autofahrern auf die Szene. Während der Auseinandersetzung schaltete sich ein Mann ein, der sich als aktiver Soldat zu erkennen gab, und kritisierte die Methoden der Rekrutierer offen. Wie die Situation letztlich ausging, ist unklar.
Zusammengenommen verstärken diese Fälle die Prüfung der Taktiken der TTsK und verleihen der ohnehin hitzigen Debatte über die Mobilisierungspraxis in der gesamten Ukraine zusätzlichen Schub.