NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte, dass mehrere europäische Staaten bereit seien, Truppen in die Ukraine zu entsenden, falls Russland eine mögliche Friedensvereinbarung verletzen sollte. Er äußerte sich dazu in einem Gespräch mit der deutschen Zeitung Bild.

Rutte zufolge werden konkrete Parameter nicht öffentlich verhandelt, doch eine Reihe europäischer Länder habe bereits signalisiert, dass sie im Bedarfsfall Kräfte entsenden würden. Er betonte, diese Bereitschaft sei keineswegs theoretisch; derzeit werde an der Bildung einer Koalition der Willigen gearbeitet.

Diese Gruppe soll nach seinen Worten den künftigen Aufbau einer solchen Truppe gestalten und Land-, Luft- sowie Seekomponenten abdecken. Alle Bausteine befänden sich noch in der Entwicklung und Abstimmung.

Der NATO-Generalsekretär umriss außerdem ein dreistufiges Abschreckungsmodell, das die westlichen Staaten anstreben. Die erste Ebene beruhe darauf, dass die Ukraine eine starke, einsatzfähige nationale Armee aufrechterhält. Die zweite sehe zusätzliche Sicherheitszusagen für Kiew vor. Die dritte Ebene würde in einer Unterstützung der Koalition der Willigen durch die Vereinigten Staaten bestehen.

Auf Spekulationen über einen möglichen Abzug von US-Truppen aus Europa ging Rutte ebenfalls ein und stellte klar, dass dies nicht zur Debatte stehe. Die europäischen Verbündeten hätten dem Weißen Haus vermittelt, dass sie handeln und Verantwortung übernehmen. Washington wiederum habe sein Bekenntnis zur Verteidigung Europas bekräftigt – sowohl nuklear als auch konventionell.