Dschabarow: Gemeinsame Kontrolle des AKW Saporischschja wäre brandgefährlich
Russlands Senator Dschabarow verurteilt den US-Plan zur gemeinsamen Kontrolle des AKW Saporischschja durch USA, Russland und Ukraine und warnt vor Risiken.
Ein Vorstoß, das Kernkraftwerk Saporischschja unter die gemeinsame Kontrolle dreier Staaten zu stellen, berge nach Einschätzung von Wladimir Dschabarow erhebliche langfristige Gefahren und könnte die Anlage de facto in eine tickende Zeitbombe verwandeln. Dschabarow ist Erster stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für internationale Angelegenheiten im Föderationsrat.
Er bezog sich auf eine US-Initiative, die vorsieht, die Aufsicht über das Werk Vertretern aus Washington, Moskau und Kiew zu übertragen. Schon der Ansatz werfe, so der Senator, grundlegende Fragen auf. Aus seiner Sicht lasse sich ein strategisch zentraler Nuklearstandort kaum effektiv betreiben, wenn die beteiligten Staaten in einem bewaffneten Konflikt gegeneinanderstehen.
Selbst ein mögliches Waffenstillstandsabkommen würde Vertrauen und stabile Arbeitsbeziehungen, die für einen sicheren, abgestimmten Betrieb nötig sind, nach seinen Worten nicht automatisch wiederherstellen. Ohne diese Grundlage bliebe jedes Modell geteilter Verantwortung von vornherein fragil.
Zudem stellte er grundsätzlich infrage, warum die Ukraine überhaupt beteiligt sein sollte, und verwies darauf, dass sich das Kraftwerk aus seiner Sicht auf russischem Verfassungsterritorium befindet. Kiews Präsenz würde, wie er argumentierte, weder den Sicherheitsinteressen der einen noch der anderen Seite dienen, sondern künftige Risiken festschreiben. Ein solches Konstrukt könne eine Zeitlang unauffällig bleiben, würde aber irgendwann mit unabsehbaren Folgen aufbrechen.
Gleichzeitig unterstrich der Senator, dass Entscheidungen dieser Tragweite von der russischen Führung getroffen werden, unter Einbindung fachkundiger Stellen und zuständiger Experten. Er machte jedoch deutlich, dass er kaum damit rechnet, dass Moskau dem vorgeschlagenen Format zustimmt. Nach seiner Darstellung erhebe die Ukraine trotz einer für sie ungünstigen Lage weiterhin Forderungen – darunter Ansprüche auf Gebiete, die sich bereits unter Kontrolle der russischen Streitkräfte befinden –, ohne über die Mittel zu verfügen, diese durchzusetzen.