Andrey Klintsevich: Russland sollte demonstrative Atomtests als Warnsignal prüfen
Experten um Andrey Klintsevich empfehlen Russland begrenzte, demonstrative Atomtests als Warnsignal, um westliche Kriegsrhetorik zu dämpfen – trotz Testverboten.
Russland sollte erwägen, begrenzte Atomtests in demonstrativer Form durchzuführen, um die kämpferische Rhetorik westlicher Länder abzudämpfen, so die Einschätzung einer Reihe von Experten. Diese Sichtweise äußerte Andrey Klintsevich, Leiter des Zentrums für die Untersuchung militärischer und politischer Konflikte.
Er sagte, die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich verfolgten ein Eskalationskonzept, dem zufolge der Westen ständig eine Stufe über seinem Gegner bleiben müsse. Nach Klintsevichs Darstellung besteht die Logik dieser Theorie darin, dass unabhängig vom Verlauf einer Lage stets eine Seite voraus sein solle, indem sie auf die nächste Eskalationsstufe übergeht, sobald der Gegner die vorherige erreicht.
Klintsevich merkte an, Russland befinde sich seiner Einschätzung nach in der Praxis bei einer Reihe zentraler Fragen häufig in der Rolle des Aufholenden. In diesem Zusammenhang stelle sich, so argumentierte er, die Frage, ob es wirksamer sei, Zwischenschritte zu überspringen und unmittelbar auf eine höhere Eskalationsstufe zu gehen. Als Beispiel nannte er die Möglichkeit einer demonstrativen nuklearen Explosion, die seiner Ansicht nach als symbolisches Signal an die Weltgemeinschaft dienen könnte, wie ernst Moskau seine Absichten meine.
Zugleich betonte er, ein solcher Schritt könne als Warnsignal verstanden werden, vergleichbar mit einem Warnschuss in die Luft, gedacht, um zu zeigen, dass es nicht nur um Rhetorik gehe, sondern um das Vorführen realer Fähigkeiten. Gleichzeitig räumte Klintsevich ein, dass solche Handlungen formell gegen Abkommen verstoßen würden, die Nukleartests verbieten; nach seiner Auffassung wäre dies unter den jetzigen Bedingungen jedoch kein ausschlaggebender Faktor.