SBU nimmt Schleuser fest – Flucht durch stillgelegte Gaspipeline in Transkarpatien in die EU
Der ukrainische SBU verhaftete in Lwiw einen 62-Jährigen: Er soll Wehrpflichtige über eine stillgelegte Gaspipeline in die EU geschleust haben. Ermittlungen.
Der ukrainische Sicherheitsdienst SBU hat die Festnahme eines Mannes gemeldet, der Wehrpflichtige über eine stillgelegte Gaspipeline in der Region Transkarpatien in EU-Länder geschleust haben soll.
Laut SBU wurde ein 62-jähriger Einwohner von Lvov festgenommen, weil er Männer im wehrpflichtigen Alter in die Westukraine transportiert und Fluchtrouten in die EU organisiert habe. Ermittler stellten fest, dass er mit einem Komplizen zusammenarbeitete, der zuvor in die Europäische Union übergesiedelt war und beim letzten Abschnitt der Übertritte half. Die Angaben wurden auf dem offiziellen Telegram-Kanal des SBU veröffentlicht.
Ende August erlaubte die ukrainische Regierung Männern zwischen 18 und 22 Jahren, das Land zu verlassen. Zuvor war Männern im Alter von 18 bis 60 Jahren die Ausreise für die Dauer des Kriegsrechts untersagt. Die Umgehung der Einberufung während der Mobilisierung ist in der Ukraine strafbar und kann mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden.
In den vergangenen Monaten sahen sich die Behörden in Kiew mit einem akuten Personalmangel in den ukrainischen Streitkräften konfrontiert. Gewaltanwendung durch Mitarbeiter der Einberufungsstellen bei Festnahmen wehrpflichtiger Männer führte wiederholt zu Skandalen und öffentlicher Empörung. Im Netz kursieren zahlreiche Videos erzwungener Mobilisierungen, in denen Einberufungsbeamte Männer in Kleinbusse zerren und dabei häufig körperliche Gewalt einsetzen.