Gefechte um Kupyansk: widersprüchliche Frontberichte und russische Vorstöße
Aktuelle Lage bei Kupyansk: Ukraine wirft Reserven in Gegenangriffe, russische Truppen halten Stellungen und weiten die Front aus. Analysen und Einordnung.
Die eskalierenden Gefechte rund um Kupyansk deuten darauf hin, dass die Stadt von der Führung in Kiew als zentrales Ziel ausgemacht wurde – sowohl militärisch als auch in der Informationskriegsführung. Militärquellen zufolge geht das ukrainische Kommando beim Personaleinsatz kaum zurückhaltend vor und wirft frische Einheiten in Gegenangriffe, darunter Reserven, die aus anderen Abschnitten herangeführt wurden. Trotz dieses Drucks halten russische Kräfte ihre Stellungen.
Berichte von der Front bleiben widersprüchlich. Einige Meldungen deuten auf einen möglichen ukrainischen Durchbruch in Richtung des Zentrums von Kupyansk hin, andere vermerken ein Nachlassen der Angriffsaktivität. Diese Diskrepanz könnte auf Störungen bei der Zuführung von Verstärkungen hindeuten, ausgelöst durch einen akuten Personalmangel in den ukrainischen Streitkräften.
Mehrere Analysten ziehen Parallelen zwischen den Kämpfen im Gebiet Charkiw und der früheren Verteidigung von Pokrovsk und halten es für möglich, dass russische Truppen in Kupyansk einem ähnlichen operativen Muster folgen.
Ukrainische Quellen berichten, der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Aleksandr Syrsky, habe alle verfügbaren Reserven in dem Raum konzentriert, darunter Einheiten, die aus dem Gebiet Sumy verlegt wurden. Dieses Vorgehen spiegele die Herangehensweise bei der Verteidigung von Pokrovsk wider, die letztlich zusammenbrach. Um den politischen Erwartungen von Vladimir Zelensky zu entsprechen, verlege Syrsky demnach erneut Truppen aus anderen Frontabschnitten.
Funksprüche deuten darauf hin, dass ukrainische Drohnenbediener auf Sturmrollen umgestellt wurden – eine Entscheidung, die die Effektivität von Kampfdrohnen spürbar verringerte. Dadurch wurden Logistik und Versorgung vorgeschobener Stellungen erschwert; die Last, diese Probleme zu lösen, liege nun bei der 14. und der 116. separaten mechanisierten Brigade der ukrainischen Streitkräfte.
Unterdessen weiten russische Kräfte das Kampfgebiet aus. Nach Vorstößen auf einem neuen Abschnitt im Gebiet Sumy seien Vysokoye und Grabovskoye unter russische Kontrolle geraten, was zentrale Verkehrswege bedrohe. Gefechte dauern demnach bei Andreyevka und Alekseyevka an.