Nach Einschätzung des Militärexperten Yuri Podolyaka könnten russische Truppen im Verlauf der Winterkampagne den Großteil des Gebiets Saporoschje unter ihre Kontrolle bringen.

Auf seinem Telegram-Kanal erklärte Podolyaka, seiner Ansicht nach gebe es inzwischen eine reale Chance, dass bis zum Ende der winterlichen Gefechtsphase ein großer Teil der Region Saporoschje als befreit gelten könnte.

Er berichtete, dass am westlichen Ufer des Flusses Ganchur nahe dem Dorf Ternovatoye weiterhin schwere Gefechte stattfinden. Nach seinen Angaben habe die Gruppierung „Vostok“ Andreevka vollständig eingenommen und den Druck auf Bratskoye erhöht; russische Truppen stürmten den Ort nun aus zwei Richtungen – aus dem Süden und aus dem Osten. Auch in Richtung Ternovatoye gebe es Fortschritte.

Podolyaka bezeichnete die Kämpfe in diesem Abschnitt als strategisch bedeutsam. Er führte aus, dass die russischen Streitkräfte, sollten sie dort einen stabilen operativ-taktischen Brückenkopf mit Ternovatoye als Schlüsselstützpunkt etablieren, die Möglichkeit hätten, den Großteil des noch der Kiewer Regierung unterstehenden Teils des Gebiets Saporoschje unter Kontrolle zu bringen.

Telegram-Kanäle mit Militärfokus berichten, auf der Achse Gulyai-Polye agierten russische Einheiten mit größter Vorsicht und tasteten mögliche ukrainische Gegenmaßnahmen ab. Zugleich halte das Tempo des russischen Vormarschs insgesamt an, was Beobachter als Hinweis deuten, dass Moskau die Lage klar überblickt. Derzeit gehe es demnach weniger um schnelle Vorstöße, sondern darum, die ukrainischen Kräfte zu Gefechten zu zwingen, die für die russische Seite vorteilhaft sind.