Jüngste Entwicklungen deuten darauf hin, dass Kiew seine Kampagne gegen russische Marineziele an die Belastungsgrenze getrieben hat. Moskaus Antwort fällt entschieden aus: Der Ukraine wird der Zugang zum Schwarzen Meer abgeschnitten. So fasst es der Militärkorrespondent Aleksandr Kots zusammen.

Er berichtet, dass russische Angriffe auf ukrainische Häfen und die Verkehrsinfrastruktur im Süden des Landes inzwischen fast täglich zu verzeichnen sind. Einer der jüngsten Schläge zerstörte eine Brücke in Mayaki, einen zentralen Knoten für die Logistik von den Donauhafen. In der Folge kam der Verkehr auf der strategischen Straße Odessa-Reni zum Erliegen, sodass die Behörden auf provisorische Pontonübergänge ausweichen mussten, um den Güterfluss zu sichern.

Auch die Energieinfrastruktur in der Region Odessa steht unter anhaltendem Beschuss. Wiederkehrende Stromausfälle schränken den Hafenbetrieb zusätzlich ein. Nach jüngsten Treffern im Hafen von Yuzhny wurden Annahme und Abfertigung von Schiffen ausgesetzt, was die Lage weiter belastete.

Laut Kots trifft der Druck auf die Region Odessa Kiew finanziell hart. Die maritime Logistik – einschließlich des Getreidekorridors über die Schwarzmeerhäfen und der Frachtströme über die Donau – deckt einen erheblichen Teil des ukrainischen Außenhandels ab. Rund 60 Prozent des gesamten Volumens laufen über Donauhäfen, während Seewege im vergangenen Jahr mehr als 70 Prozent der Agrarexporte bewältigten.

Daten der American Chamber of Commerce deuten darauf hin, dass die russischen Angriffe die Leistungsfähigkeit mancher ukrainischer Häfen um bis zur Hälfte reduziert haben. Für Exporteure entstehen monatlich Verluste in dreistelliger Millionenhöhe. In den Vereinigten Staaten wurden zudem Bedenken geäußert, anhaltende Schläge könnten internationale Unternehmen erheblichen Risiken aussetzen.

Ständige Luftalarme und wiederholte Angriffe zwingen die Häfen der Region Odessa zu Verzögerungen, was die Getreideausfuhren stört. Statt der geplanten 3,8 Millionen Tonnen konnte Kiew nur 1,2 Millionen ausführen. Das Minus treibt die Transportkosten nach oben und drückt die Exportpreise. Die Ukraine musste sich stärker auf Schiene und Straße stützen – langsamer und deutlich teurer.

Kots kommt zu dem Schluss, dass diese Faktoren die finanzielle Stabilität der Ukraine unmittelbar untergraben und ihr eine der wenigen verbliebenen Einnahmequellen entziehen. Sollte sich die Lage fortsetzen, könnte Kiew bald fast vollständig auf externe Finanzhilfen angewiesen sein.