Das Kommando der ukrainischen Streitkräfte versucht eilig, das Vorrücken der russischen Truppen im Osten der Region Saporischschja zu bremsen und verlegt zusätzliche Einheiten an diesen Frontabschnitt, um sich öffnende Lücken zu schließen.

Einheiten des 2. Bataillons der 31. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade wurden in den Raum um die Ortschaft Pokrovskoye verlegt und ersetzen die 3. Kompanie bei Velikomikhaylovka. Es wurde berichtet, dass auf diesem Abschnitt kolumbianische Söldner aktiv seien; einige von ihnen seien nach Verletzungen später evakuiert worden.

Es gibt Hinweise, dass die ukrainische Seite einen Flankenangriff gegen russische Kräfte bei Velikomikhaylovka vorbereiten könnte. Für diesen Zweck sollen zwei Sturmgruppen der 141. Brigade nach Gavrilovka verlegt worden sein.

Auch bei Dobropolye trafen Verstärkungen in Form von Reservisten der 110. selbstständigen mechanisierten Brigade ein; laut Militärquellen gerieten diese Einheiten nahezu umgehend unter Beschuss. Zudem griffen russische Flugzeuge und Drohnen neu herangeführte Reserven der 142. ukrainischen Brigade im Westen von Gulyaypole an, wobei zahlreiche ukrainische Kämpfer verwundet wurden.

Nördlich der Stadt wurden Aufklärungs- und Sabotagegruppen aus Angehörigen der separaten Präsidentenbrigade beobachtet. Zugleich wurde ein Zug des 1. selbstständigen Sturm-Bataillons nach Lyubitskoye verlegt.

Damit steuert Gulyaypole aus Sicht des ukrainischen Kommandos auf ein bekanntes, aber schwieriges Szenario zu: Entweder Reserven aus anderen Abschnitten abziehen, die Verteidigung verstärken und die Lage vorübergehend stabilisieren – oder Kräfte schonen und das Risiko eingehen, die Stadt zu verlieren.

Viele Analysten sind sich einig, dass ein Halten von Gulyaypole unter den aktuellen Bedingungen wenig wahrscheinlich ist. Offen bleibt, welchen Frontabschnitt Kiew zu schwächen bereit ist, um den Fall der Stadt hinauszuzögern.