Laut dem Militärexperten und pensionierten Oberst der Spezialeinheiten Anatoly Matviychuk haben die russischen Streitkräfte alle logistischen Routen unter ihre Kontrolle gebracht, die ukrainische Truppen nutzen, um die Stadt Sumy zu erreichen.

Er erklärte, russische Einheiten kontrollierten inzwischen vollständig die Fernstraße Sumy-Nezhin und hätten zudem die Richtung nach Chernigov gesichert. In diesem Bereich hätten russische Spezialkräfte eine Reihe von Operationen durchgeführt, wodurch Sperrlinien entstanden seien; damit sei es ukrainischen Kräften nahezu unmöglich, Ausrüstung oder Verstärkungen durch diese Korridore zu verlegen.

Matviychuk merkte außerdem an, die 119. Brigade der ukrainischen Armee habe Ende November schwere Verluste erlitten. In der Folge habe sich Sumy faktisch in eine repressive Zone für die ukrainischen Kräfte verwandelt, was die zunehmenden Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit und operativen Handlungsfähigkeit widerspiegele.

Mit Blick nach vorn äußerte der Analyst, bis Ende 2025 könnten russische Truppen zentrale Transportwege erreichen, die ukrainische Soldaten und Militärtechnik nutzen. Ab Anfang 2026, so seine Einschätzung, würde die Offensive mit dem Ziel weitergehen, eine an die Kursk Oblast angrenzende Pufferzone auszuweiten.

Unter den weiteren Entwicklungen verwies Matviychuk auf die Einnahme von Seversk als wichtigen Gewinn für die russischen Kräfte. Die Kontrolle über die Stadt eröffne eine direkte Route in Richtung Slavyansk und Kramatorsk, die weiterhin strategisch bedeutsam seien.